Frühkindliche Bedürfnisse nach Vertrauen

Heute widme ich mich dem Bedürfnis nach Vertrauen und was passiert, wenn dieses Bedürfnis nicht erfüllt wird. Es ist das Bedürfnis, darauf vertrauen zu können, so sein zu dürfen, wie es dem wirklichen Selbst entspricht.

Noch einmal ganz kurz zur Wiederholung: Was sind Bindungstraumata?

Bindungstraumata entstehen wenn biologisch begründete Kernbedürfnisse als Säugling oder Kleinkind nicht erfüllt werden. Aber unser Gehirn ist ja schlau, es bildet Überlebensmechanismen aus.

Wer noch mehr über dieses Thema wissen möchte, sollte das Buch von Laurence Heller und Aline Lapierre „Entwicklungstrauma heilen“ lesen.Im Kind wird kein wirkliches UrVertrauen gelegt. Denn die Eltern, die selbst in ihren dysfunktionalen Mustern – resultierend aus ihrer Vergangenheit – gefangen sind, nutzen die Bedürfnisse der Kinder dazu, sie, in der Regel unbewusst, zu manipulieren. Dazu reichen oft schon Blicke aus, denn sogar Säuglinge nehmen über die Neurozeption (die unbewusste Wahrnehmung über das autonome Nervensystem) wahr, ob die Eltern ihnen wirklich innerlich zugewandt oder abgewandt und enttäuscht sind.

Kinder werden dafür belohnt, dass sie sich so verhalten, wie die Eltern sie haben wollen. Oder belohnt, wenn sie die Leistung bringen, die die Eltern vorgebe . Sie spielen die Rolle, die die Eltern ihnen zugestehen und geben ihre Authentizität auf. Denn die Liebe der Eltern ist an Bedingungen geknüpft. Diese Kinder bekommen das Gefühl, für ihre Leistung oder das gute Benehmen geliebt zu werden. Diese Liebe ist nicht bedingungslos. Die Kinder leben immer in der Angst, die Liebe der Eltern zu verlieren, wenn sie sich nicht anpassen. Der Preis, den sie dafür bezahlen ist hoch. Mangelndes Urvertrauen verstärkt Angstzustände.

Vertrauen

Um die Angstzustände in Schach zu halten, müssen diese Menschen als Erwachsene alles unter ihrer Kontrolle haben. Als Gegenpol zu mangelndem Vertrauen brauchen sie brauchen Macht, um ihr Umfeld zu kotrollieren. Emotionale Nähe bedeutet ich ihrem System Gefahr. Denn Gefühle der Abhängigkeit (Machtverlust) weckt die Angst, nicht mehr selbstbestimmt sein zu können. Die beiden auf dem Bild kennen so eine Angst nicht. Sie vertrauen einander und bleiben dennoch in ihrer Authentizität.

Dann gibt es noch eine weitere Kompensationsstruktur. Mangelndes Vertrauen schürt ein latent vorhandenes Ohnmachtsgefühl. Als Kompensation werden Körperkraft entwickelt, Imperien errichtet und man muss den Anderen überlegen sein und schüchtern diese deshalb gerne ein.

Liebevollen Umgang macht diesen Menschen Angst, denn sie bekommen das Gefühl, manipuliert zu werden. Dominanz in der Beziehung muss her. Es passiert dann häufiger, dass sie sadistisch oder impotent werden.

Hilfe zu erbitten oder anzunehmen lehnen sie ab.

Diese Menschen müssen lernen, eine gesunde Abhängigkeit zu anderen Menschen zu wollen und Authentizität zu zulassen. Das bedeutet, dass man nicht immer der tolle und starke Mann oder die tolle und starke Frau sein muss, wie das in der Vergangenheit geglaubt wurde. Schwäche zeigen beinhaltet eine außerordentlich große Stärke.